Akzeptanz 5 Tipps wie du lernst anzunehmen, was du nicht ändern kannst
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Akzeptanz – 5 Tipps wie du lernst anzunehmen was du nicht ändern kannst

Akzeptanz – Dinge annehmen, die wir nicht ändern können. Das ist wirklich nicht leicht.

Love it, change it or leave it. Liebe es, verändere es oder verlasse es. Diesen wunderbaren Spruch haben bestimmt einige schon mal gehört. Und eigentlich ist der auch gar nicht so dumm. Entweder du magst etwas und wenn du es nicht tust, dann solltest du es ändern. Wenn das nicht geht, dann entziehst du dich halt der Situation. 

Hast du beispielsweise einen Job, den du nicht magst, dann könntest du schauen ob sich vielleicht dein Aufgabengebiet verändern lässt oder ob du die Abteilung wechselst. Change it. Wenn das nicht geht, was bleibt dann noch? Kündigen und sich einen neuen Job suchen! Leave it. (Ja, okay. Diese Dinge sind immer einfach gesagt als getan. Weiß ich ja auch aus eigener Erfahrung. Aber im Grunde genommen führt es doch genau darauf hinaus.)

Es gibt aber auch genug Situationen, die wir nicht ändern können und auch nicht verlassen können. Oder vielleicht auch gar nicht verlassen wollen. Beispielsweise hast du einen kranken Verwandten Zuhause um den du dich kümmern musst. In dem Fall wollen wir die Situation wahrscheinlich gar nicht verlassen. Stressig ist sie aber vielleicht trotzdem. 

Wie kann man am besten mit Situationen umgehen, die sich nicht ändern lassen?

Ich nehme mal das Beispiel Stau, denn das ist einfach und jeder kennt es. Ich fahre zwar kein Auto, aber Bus und auch der kann ganz gerne mal im Stau stehen. Als ich neulich auf dem Weg zu einem Termin war, hab ich für eine Strecke von 20 Minuten über eine Stunde gebraucht. Irgendwo war ein Unfall passiert und der ganze Verkehr wurde lahmgelegt. Das passiert in Hamburg, besonders zur morgendlichen Rush Hour, leider ab und zu. Ich saß also in diesem Bus fest und bekam so langsam Panik, nachdem der Bus sich in einer halben Stunde vielleicht 200 Meter bewegt hatte. 

Natürlich liebe ich die Situation nicht. Ich würde zu spät zu meinem Termin kommen und in einem vollen Bus mit lauter genervten Menschen, die alle das gleiche Problem hatten wie ich (fast jeder griff während wir dort standen zum Handy um irgendwem Bescheid zu geben, dass er zur spät kommen würde) war nicht besonders angenehm und auch ziemlich langweilig. Verändern konnte ich die Situation auch nicht. Kann ja schlecht die Autos beiseite schieben. Verlassen konnte ich die Situation auch nicht, denn Busfahrer dürfen mitten auf der Straße die Türen ja nicht einfach so öffnen. 

Was also tun?

Nichts. Kann man ja nichts machen. Das einzige, was ich tun kann ist es mich in Akzeptanz zu üben.
Akzeptanz ist ein super wichtiger Bestandteil von einem gesunden Umgang mit Problemen. Aber Akzeptanz ist alles andere als leicht. 
In einem vollen Bus festzustecken und zu spät zu einem wichtigen Termin zu kommen. Mega ärgerlich und wem würde es dann nicht schwer fallen ruhig zu bleiben? 

5 Tipps wie du akzeptieren kannst was sich nicht ändern lässt:

1.Es ist wie es ist

Den Satz sagst du dir bitte mindestens drei mal laut. (Oder im Kopf, wenn du in einem vollen Bus sitzt. Sonst gucken die Leute eventuell komisch.) Die Situation ist nun irgendwie entstanden, das lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Du hast also keine andere Möglichkeit als dich mit ihr auseinander zu setzen. Auf Wunder zu hoffen bringt dir nichts, genau so wenig wie einfach die Augen davor zu verschließen. Es ist eben wie es ist.

2. Abkühlen

Du ärgerst dich vielleicht gerade so richtig. Dieser verdammte Bus und diese verdammten anderen Autos, können die sich nicht mal endlich bewegen und Platz machen. Versteht denn hier keiner, dass ich zu einem wichtigen Termin muss? Dein Herzschlag steigt und deine Hände werden schwitzig. Panik macht sich breit.  Bringt dich das weiter? Nö. So gar nicht. Also, erstmal beruhigen. Tief durchatmen. Ich sage mir oft selber „Hey, ich merke gerade, dass du echt super wütend wirst. Das hilft dir doch gerade gar nicht weiter. Komm mal wieder runter!“.

3. Analyse der Situation

Was sind die Fakten? Schau dir die Fakten einmal ganz genau an ohne sie zu bewerten. Der Bus bewegt sich nicht und ich werde nicht mehr pünktlich zu meinem Termin kommen. Das sind die einfachen Fakten, ohne Wertung. Ganz simpel.

4. Lösung oder Ablenkung

Gibt es eine Lösung für dein Problem? In diesem Fall könntest du überlegen ob es eine Lösung wäre an der nächsten Haltesteller auszusteigen und zu laufen. Aber nicht alle Probleme haben eine Lösung. Manche Situation lassen sich nicht lösen oder verändern. Dann bleibt in diesem Fall nur die Ablenkung. Wenn du im Stau sitzt, könntest du beispielsweise die Musik im Auto laut aufdrehen, ein Hörbuch anmachen oder eine Freundin anrufen. Hey, endlich hast du mal wieder Zeit ausführlich mit deiner Freundin zu telefonieren. Für andere Situationen hilft es vielleicht eine Runde spazieren zu gehen, ein spannendes Buch zu lesen oder einen schönen Film zu gucken.

5. Positive Sicht annehmen.

Überlege dir mal, ob es auch einen Positiven Aspekt gibt den du aus deiner Situation mitnehmen kannst. Ja, ich weiß. Das ganze „Denk Positiv“ kann manchmal wirklich nerven und in manchen Situationen möchte man sich vielleicht auch einfach ärgern. Denk trotzdem mal nach, was du positives aus der Situation lernen kannst. Vielleicht hast du durch eine doofe Situation gelernt, dass du dich richtig gut auf deine Freunde verlassen kannst. In manchen Situationen hast du vielleicht auch nur gelernt dich in Gelassenheit zu üben. Oder, im Falle des Staus, hast du endlich mal wieder Zeit in Ruhe mit deiner Freundin zu telefonieren. Uns diese Dinge vor Augen zu führen, kann helfen unsere Akzeptanz zu steigern. Ich muss sagen, die Stunde die ich im Bus fest saß war zwar nicht schön. Aber ich war hinterher ehrlich gesagt recht stolz auf mich, dass ich ziemlich gelassen reagiert habe und keine Energie verschwendet habe mich zu ärgern.

Akzeptanz heißt Veränderung. Es klingt paradox, aber es ist so. Ich musste es auch erstmal sacken lassen. Erst wenn wir eine Situation akzeptiert haben, können wir sie verändern. Verändern bedeutet konkrete Handlungsmaßnahmen einzuleiten um die Situation zu verbessern. Erst wenn ich akzeptiert habe, dass ich ein Problem habe, bin ich bereit mir Hilfe und Unterstützung zu suchen. Verändern bedeutet aber auch, mit mehr Gelassenheit an Situation rangehen, wenn man weiß, dass man keine Macht über sie hat. Dann veränderst du deine emotionale Reaktion auf dieses Problem und es geht dir automatisch besser. 

Du möchtest erstmal identifizieren, was die Ärgernisse in deinem Alltag sind, die dir Energie rauben? Ganz oft wissen wir gar nicht so genau, was uns eigentlich ärgert und nervt. Manche Dinge können uns ganz schön viel Energie kosten.  Lade dir doch mein kostenloses Worksheet runter, wenn du dich mehr damit auseinander setzen möchtest. Trage dich dazu einfach unten ein.

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1 Comment

  • Reply Wie du es schaffst die Opferrolle zu verlassen - Eine Psychologin schreibt über Glück 5. Mai 2019 at 18:10

    […] ist sehr, sehr schwierig. Aber auch das lässt sich üben. Schau mal hier.Dort habe ich bereits ausführlich über Akzeptanz […]

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