Du kennst das doch bestimmt. Mit Anfang zwanzig hab ich mir mal die Haare Kupfer gefärbt, weil ich fand, dass das eine tolle Farbe sei und nicht viele Menschen die Haare so trugen. Als meine Haare dann Kupfer waren, fielen mir auf einmal überall Frauen mit Rot-Kupfernen Haaren auf.

Das lag nicht daran, dass sich alle gleichzeitig mit mir die Haare gefärbt hatten, sonder eher daran, dass ich auf einmal auf diese Haare deutlich mehr achtete als vorher. Mein Fokus hatte sich verändert.

Ähnlich verhällt es sich mit dem Glück. Achtest du auf die negativen oder die positiven Dinge? Wo liegt dein Fokus?
(Im letzten Blogpost habe ich auch schon über die Thematik geschrieben.)

Unser Gehirn kann nicht alles auf einmal aufnehmen. Damit wäre es komplett überfordert. Das bedeutet, dass unser Gehirn selektieren muss und gewisse Dinge bewusst ausblendet und andere dafür in den Fokus hebt. Das nennt sich selektive Aufmerksamkeit.

Ein berühmtes Experiment dazu kannst du dir im folgenden Video genauer angucken:

 

Wenn wir uns also angewöhnt haben unseren Fokus nur auf die negativen Dinge zu legen, dann sehen wir auch nur die negativen Dinge. Es ist also kein Wunder, dass wir unglücklich sind, wenn wir nur auf die negativen Dinge im Leben achten.

Aber das können wir ändern. Wir müssen unser Gehirn nur darauf trainieren, dass es die positiven Dinge besonders stark wahrnimmt.

Und wie macht man das am Besten?

Eine relative leichte, aber sehr effektive Möglichkeit wäre, sich jeden ein paar positive Dinge aufzuschreiben. Was waren die drei Dinge, die an dem heutigen Tag richtig gut waren? Das können wirklich Kleinigkeiten sein. Und wenn es nur die Tatsache ist, dass dein Bus Morgens pünktlich war. Im Laufe der Zeit, mit etwas Übung, wird es dir immer leicht fallen positive Dinge zu finden und deine Liste wird wahrscheinlich immer länger.

Und das funktioniert tatsächlich! Eine Studie* hat herausgefunden, dass Teilnehmer die unter Depressionen litten, die nur eine Woche lange jeden Tag drei positive Dinge aufgeschrieben haben, auch Monate später deutlich glücklicher und weniger depressiv waren.

Du musst natürlich die drei Dinge nicht zwingend aufschreiben. Erzähl sie doch einfach deinem Partner vor dem Schlafengehen. Oder mach ein Familienritual beim Abendessen draus und jeder erzählt der Reihe nach was positiv an diesem Tag war.

Also, los! Was waren drei positive Dinge in deinem heutigen Tag?

 

Quellen:
Seligman, M.E.P., Steen, T.A., Park, N., & Peterson, C.  (2005). Positive Psychology progress: Empirical Validation of interventions. American Psychologist, 60, 410-421.