vielleicht ist akzeptanz die lösung

„The Mind is its own place, and in itself can make a heaven of hell, a hell of heaven“ – John Milton

Vor ein paar Monaten war ich hier in Hamburg auf einem Konzert von „Oh Wonder“ (Wer das Duo aus London noch nicht kennt, sollte unbedingt mal reinhören!). Es war ein kleines, wunderbares Konzert. Allerdings war die Organisation der Veranstaltungslokation nicht besonders gut. Da ich dem Konzert nicht mit meiner Jacke in der Hand lauschen wollte, hatte ich sie an der Garderobe abgegeben. Nach dem Konzert stand ich dann fast eine Stunde lang an, um wieder an meine Jacke zu kommen. Während meine Freunde draußen auf mich warten mussten.

Um ehrlich zu sein, hat mich das ziemlich angepisst. Es war viel zu eng und warm. Die Leute haben gedrängelt und ich hatte zusätzlich auch noch echt Hunger. Während ich da also in der Menschenmasse stand und unfreiwillig mit fremden Leuten kuschelte und mich aufregte, fiel mir eine Passage aus „The subtle Art of Not giving a Fuck“ (Wie cool ist bitte dieser Titel?) von Mark Manson ein, die mir damals besonders in Erinnerung geblieben ist.

„The desire for more positive experience is itself a negative experience. And paradoxically, the acceptance of one’s negative experience is itself a positive experience.“

Unser Wunsch nach positiven Erlebnissen ist in sich selber ein negatives Erlebnis. Paradoxerweise, ist die Akzeptanz von negativen Erlebnissen ein positives Erlebnis.

Als ich den Satz bei Mark Manson gelesen habe, musste ich erstmal eine ganze Weile drüber nachdenken. Aber er ist hängen geblieben.

Unser ständiger Wunsch nach positiven Erlebnisen, sorgt also eigentlich dafür, dass wir unglücklicher sind. Denn wenn ein negatives Erlebniss stattfindet (wie beispielsweise eingequetscht in einer Menschenmenge auf meine Jacke warten), dann verstärkt dieser Wunsch nach etwas positivem die negative Situation noch mehr.

Mark Manson ist auch der Meinung, dass positives Denken absoluter Bullshit ist (seine Wortwahl, nicht meine). In einer negativen Situation sollte man nicht versuchen, sie einfach positiv zu sehen. Denn der Versuch eine negative Situation positiv zu sehen, macht sie wahrscheinlich nur noch schlimmer. Stattdessen sollte man sie einfach akzeptieren. Die Situation ist nicht schön, aber sie ist jetzt da und sie geht aber auch wieder vorbei.

Während ich also einquetscht in dieser Menschenmasse stand, mein Kreislauf durch meinen Hunger und die schlechte Luft schon echt weit runter gefahren war, musste ich an diesen Satz denken. Und auf einmal konnte ich die Situation akzeptieren. Es dauerte zwar noch eine Weile, bis ich dann tatsächlich meine Jacke hatte und meine Freunde draußen treffen konnte (und vor allem Essen hatte), aber es ging mir besser.

Sehr simples Beispiel. Aber vielleicht ist die Lösung für ein kleines bisschen mehr Happiness im Leben auch ganz simpel. Akzeptanz, statt Streben nach dem positiven. Zumindest bei den kleinen Dingen.