Vergangenes loslassen - 5 Tipps wie du es schaffen kannst
Negative Gedanken und Emotionen, Stress und Resilienz

Vergangenes loslassen – 5 Tipps wie du es schaffen kannst

Wir alle haben so unsere Päckchen mit uns rumzutragen. Viele Menschen haben Dinge in ihrer Vergangenheit erlebt, die sie loslassen wollen. Das können die verschiedensten Dinge sein. Einen Fehler, den sie gemacht haben und sich immer wieder vorwerfen. Eine Verletzungen die sie durch eine andere Person erlebt haben. Eine falsche Entscheidung, sie sie getroffen haben. 

Vergangenes loslassen – man das ist schwierig. Wer kennt das noch, dass man, besonders gerne vor dem Einschlafen, auf einmal alle möglichen Dinge aus der Vergangenheit die man falsch gemacht hat rausholt? Als würde das Gehirn sagen wollen „Oh, du möchtest schlafen – lass mich dir alle deine Fehler nochmal kurz vor Augen führen!“. 

Aber nicht nur die eigenen Fehler, sondern auch Erlebnisse mit anderen Menschen. Der Ex-Freund, der einen vielleicht betrogen hat. Die ehemalige Freundin, mit der man sich gestritten hat. Solche Themen und Erlebnisse loszulassen kann ganz schön schwierig sein.

Mit ein paar Tipps, wird es vielleicht ein wenig einfacher die Vergangenheit loslassen zu können:

1. Mache dir bewusst, was passiert, wenn du weiter daran festhältst

Was passiert, wenn du es nicht schaffst das Vergangene loslassen zu können? Bringt es dir auch nur irgendetwas daran festzuhalten? Sei mal ehrlich? Wahrscheinlich nicht. Die Vergangenheit kann man nicht ändern. Falls es ein Fehler war, den du gemacht hast, kannst du ihn ausbügeln? Hilft vielleicht ein klärendes Gespräch mit der Person die dich verletzt hat? Wenn ja, worauf wartest du dann noch? Aber die Wahrscheinlichkeit ist relativ hoch, dass sich an der Situation nichts mehr ändern lässt. Warum hälst du dann noch an ihr fest?

Gerade wenn wir von einer Person verletzt wurden, dann fühlen wir uns so richtig im Recht um ordentlich wütend zu sein. Wenigstens das steht uns doch wohl zu! Manchmal haben wir das Gefühl, dass wir der anderen Person damit ordentlich heimzahlen können. Aber ist das wirklich so? Wenn die Person sowieso nicht mehr in deinem Leben ist, naja, dann ist es ihr im Zweifel sowieso egal, ob du noch sauer bist oder nicht. Was bringt es uns, auf einen Ex-Freund, der uns vielleicht betrogen oder sonst wie verletzt hast, noch sauer zu sein? Kümmert ihn das wirklich? Wahrscheinlich nicht. Wir sind die einzigen, die noch darunter leiden. In dem wir an dieser Wut festhalten, machen wir uns also nur selbst das Leben schwer. 

Versuche zu vergeben. Vergeben tut man übrigens immer nur für sich selbst, nicht für die andere Person. Immer nur für sich – um sich selber vor der ständigen weiteren Verletzung zu schützen. Ich dachte lange, wenn ich vergebe, dass ich dann das Verhalten gut heiße. Aber das ist Quatsch. Ich kann vergeben und trotzdem das Geschehene nicht gut heißen, verharmlosen oder gar vergessen. Aber vergeben, dass macht man immer für sich selbst. Wut festhalten ist wie Gift trinken und erwarten, dass der andere stirbt. Angeblich ein Zitat von Buddha das unglaublich viel Wahrheit in sich hat. 

2. Such dir eine Ablenkung und konzentriere dich auf deine Zukunft

Vergangenheit ist Vergangenheit. Um Vergangenes loslassen zu können, kann es helfen sich auf die Zukunft zu konzentrieren. Suche dir neue Aufgaben. Suche dir neue Menschen in deinem Leben. Plane Reisen. Suche dir neue Ziele. Sich auf etwas anderes zu konzentrieren und sich damit abzulenken, kann helfen um die Vergangenheit loszulassen. Positiver Nebeneffekt: Du machst neue Erfahrungen, lernst vielleicht neue Leute kennen oder erreichst neue tolle Ziele.

3. Ein Mensch macht nunmal Fehler

Wenn du versuchst eine Verletzung durch eine andere Person loszulassen, dann macht dir bewusst, dass dieser Mensch auch nur ein Mensch ist. Menschen sind nicht perfekt und machen Fehler, das ist nunmal völlig normal. Versuche diese Person nicht nur durch diesen einen Fehler zu definieren. Die Person ist doch viel mehr als nur ihr Fehler, oder nicht? Jeder macht mal Fehler, aber gleichzeitig haben wir doch auch alle unseren guten Seiten, oder nicht? Versuche dir die guten Seiten dieser Person wieder in den Vordergrund zu rufen – mach dir im Zweifel eine Liste – besonders dann wenn diese Person noch immer in deinem Leben ist und dort auch bleiben soll.

Gleiches gilt übrigens auch, wenn du selber einen Fehler gemacht hast und den nicht loslassen kannst. Vergangenes loslassen bedeutet ja auch oft, dass man sich selber für bestimmte Fehler vergibt. Auch hier kann es helfen, dass du dir klar machst, dass du nunmal ein Mensch bist und Menschen sind fehlbar. Aber auch du bist viel mehr als nur dieser eine Fehler. Was sind deine positiven Eigenschaften? Was kannst du besonders gut? Was mach dich aus? Wie viele richtige Erfolge und tolle Dinge hast du in der Vergangenheit gemacht? 

4. Brief schreiben 

Eine tolle Ideen hat Sonja Lyubomirksy in ihrem Buch „The How of Happiness“: Es kann auch helfen der anderen Person einen Brief zu schreiben in dem du dieser Person vergibst. Jemandem zu vergeben heißt nicht, dass man eine abgebrochen Beziehung wieder aufnehmen muss. In vielen Fällen kann es die beste Entscheidung sein den Kontakt abzubrechen. Aber für dich selbst, denn Vergeben tust du immer nur für dich (habe ich das jetzt oft genug gesagt?), nicht für andere, kann es helfen der Person einen Brief zu schreiben und ihr zu vergeben. Schreib genau auf, was du der anderen Person vergibst, auch wenn du das in diesem Moment nicht fühlst. Du musst den Brief natürlich nicht abschicken. 

Du kannst den Brief auch umdrehen und dir selber den Brief schreiben, den du gerne bekommen möchtest. Stell dir also vor, die andere Person, die dich so verletzt hat, würde dir einen Entschuldigungs-Brief schreiben. Was würdest du gerne hören wollen? Was würde die andere Person dir schreiben? Dies kann helfen, die Perspektive der anderen Person einzunehmen und kann dir helfen Empathie zu entwickeln. 

5. Gedankenstopp 

Im Notfall, wenn dich die Gedanken an ein Erlebnis an etwas Vergangenes nicht loslassen, dann hilft die Gedankenstopp Methode. Wenn dich Gedanken quälen, dann ruf einfach laut „Stopp“. Das klingt wirklich seltsam, aber es funktioniert. Die Übung kommt aus der Psychotherapie. Durch das „Stopp“ unterbrichst du erstmal deinen Gedankenfluss. Du „erschrickst“ dich vielleicht etwas. Wenn du willst, kannst du dazu auch noch ein Zopfgummi an deinem Handgelenk ziehen und einmal auf die Haut knallen lassen. Falls du beispielsweise in der Öffentlichkeit sein solltest (und nicht im einem vollen Bus laut Stopp rufen willst…wer weiß was passiert…), kannst du auch nur das Zopfgummi knallen lassen. Durch diesen leichten Schmerz wirst du ebenfalls von den Gedanken abgelenkt. Danach solltest du dich, wenn möglich, einer anderen Tätigkeit zuwenden damit du nicht wieder in den Gedankenstrudel fällst. Noch ein paar mehr Tipps, wie du dich von quälenden Gedanken befreien kannst, findest du hier.

Natürlich gibt es auch manchmal Erlebnisse und Themen, bei deinen wir Unterstützung gebrauchen können um diese zu verarbeiten und loszulassen. Scheu dich nicht davor, dir dafür professionelle Hilfe zu suchen.





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