Warum unsere Zukunft besser ist als wir erwarten

Es ist Sonntagabend und pünktlich dazu setzt das „Smonday“ – Gefühl ein. Kennst du das? Das Gefühl, wenn der Sonntag sich nicht mehr wie Sonntag anfühlt, weil du in deinen Gedanken schon beim Montag und bei der neuen Woche bist. Ich hasse dieses Gefühl sehr.
Leider, gerade wenn stressige Wochen bevorstehen, kann ich es nicht wirklich vermeiden. Wenn es wirklich schlimm ist, dann setzt es bereits am Sonntagmorgen ein, weil ich das Gefühl habe, ich müsste meine nächste Arbeitswoche schon dringend vorbereiten.
Ich male mir dann all die schlimmen Dinge aus, die passieren könnten. Was ist, wenn meine Kollegin krank ist – die war doch letzte Woche schon am schniefen – und ich alles alleine machen muss? Warum hab ich mir eigentlich jeden Abend in der Woche etwas vorgenommen? Wann soll ich mich denn mal entspannen und Zeit für mich haben?

Völlig bescheuert, dass ich mir meinen freien Sonntag davon kaputt mache, weil ich über die Zukunft grübele. Über die Dinge von denen ich noch nicht mal weiß, dass sie eintreten werden.

Generell neigen wir Menschen dazu, uns die Zukunft oft schlimmer vorzustellen, als sie dann wirklich ist. Und nicht nur, dass wir uns schlimme Dinge vorstellen, die dann im Endeffekt nie passieren, oft stellen wir uns die Dinge selber auch schlimmer vor, als sie sind.

Stell dir einmal vor, du würdest deinen Job verlieren. Dein Arbeitgeber ist pleite und leider müssen alle Mitarbeiter entlassen werden und auf einmal stehst du ohne Job da.

Keine schöne Vorstellung?

Je nachdem wie sehr du deinen Job magst, wie stark dein Vertrauen darin ist, dass du einen neuen Job findest und wie deine finanzielle Situation aussieht – wahrscheinlich sogar eine ziemlich schlimme Vorstellung.

Aber, ich kann dich zumindest etwas beruhigen. Wir Menschen sind wirklich schlecht darin, uns auszumalen wie wir uns bei einem bestimmten Ereignis fühlen – das ist der sogenannte Impact Bias. Generell glauben wir, dass unsere Emotionen stärker wären, als sie dann, wenn das Ereignis eintritt, wirklich sind.

Wenn wir also darüber nachdenken, wie es sein würde den eigenen Job zu verlieren, sind unsere Vorstellungen meistens viel schlimmer als das eigentliche Ereignis. Nicht nur, dass das Ereignis an sich nicht so schlimm ist, aber durch die Hedonistische Tretmühle, verfliegt auch der negative Effekt des Ereignisses sehr schnell wieder.

Wenn du mit einer negativen Einstellung in die neue Woche gehst, dann werden auch negative Ereignisse passieren. Stell dir beispielsweise vor, du hast eine wichtige Präsentation und du machst dir echt viele Sorgen, dass alles schief geht. Du gehst mit Bauchschmerzen in den Termin und bist völlig nervös. Deine Unsicherheit sorgt dafür, dass du deine Argumente nicht mehr klar rüber bringen kannst und die Präsentation ist wirklich nicht gut. Gehst du aber mit Selbstbewusstsein in die Präsentation, machst dir keine Sorgen, dann wirkst du selbstsicher auf deine Kollegen. Deine Präsentation wird besser laufen. Deine Einstellung bestimmt also in diesem Beispiel wie die Situation wirklich ablaufen wird. Das nennt sich die Selbsterfüllende Prophezeiung.

Das heißt also, wir können alle etwas sorgenfreier in die nächste Woche starten. Denn wir haben es durch unsere Einstellung in den meisten Fällen in der Hand, wie unsere Woche verläuft und die negativen Ereignisse die eintreten werden, werden nicht so schlimm sein, wie wir befürchten. Und wenn doch, dann wird der Effekt zumindest sehr schnell wieder abklingen.