Veränderungen sind für uns Menschen meistens gar nicht so leicht. Wir sind Gewohnheitstiere und fühlen uns im unserer altbewährten Umgebung oft am wohlsten. Besonders Veränderungen die wir nicht beeinflussen konnten, für die wir uns nicht bewusst entschieden haben, fallen uns oft nicht leicht. 

Beispielsweise eine organisatorische Veränderung in deinem Job. Du wurdest in einen anderen Bereich versetzt oder hast einen neuen Chef bekommen. 

Vielleicht hat sich auch dein Partner von dir getrennt. Abgesehen von der Veränderung an sich, kommt da natürlich auch noch der Liebeskummer dazu.

Manchmal sind es auch Veränderungen, für die wir uns entschieden haben. Nur, weil wir uns bewusst für etwas entschieden haben, heißt das ja nicht, dass es einem leicht fällt oder man nicht Angst vor der Veränderung hat. Als ich nach dem Abitur mit zarten 19 Jahren für ein Jahr in die USA gegangen bin, wollte ich das zwar unbedingt, hatte aber ehrlich gesagt trotzdem mächtig Bammel.

Warum fallen Veränderungen uns eigentlich so schwer?

1. Wir verlassen uns auf das was wir bereits kennen 


Wenn du mal zurück an die Steinzeit denkst, dann ist es klar, dass es in der Zeit überlebenswichtig war, nur dem zu vertrauen was man bereits kannte. Lieber nur die Beere essen, von der man schon weiß, dass sie nicht giftig ist. Und lieber nur in den Waldabschnitt gehen, von dem man weiß, dass dort keine fiesen Tiere hausen, die einen fressen wollen. Dieser Verhalten ist noch so tief in uns verankert, dass wir immer noch die starke Tendenz haben in unserer Gewohnheit zu verweilen. 

2. Die Angst vor dem Verlust 


Mit jeder Veränderung verlieren wir auch etwas. Vielleicht den Partner. Vielleicht Kollegen, wenn wir in eine neue Abteilung versetzt werden. Vielleicht auch nur die alte Art und Weise wie wir Dinge gemacht haben. Mit jeder Veränderung kommt also oft automatisch die Angst vor dem Verlust. Generell sind wir Menschen darauf erpicht Verluste zu vermeiden, die sogenannte Verlustaversion, weil Verluste psychisch mehr wehtun als Gewinne uns gut tun. Wir versuchen also um jeden Preis Verlust zu vermeiden

3. Unser Gehirn ist eher faul 


Ich stelle mir das Gehirn manchmal vor wie ein Wald mit lauter Wegen. Die Wege die schon oft begangen wurden, also Dinge die wir schon oft getan haben, sind sehr leicht zu begehen. Der Weg ist gut geebnet. Wenn wir neue Dinge tun, dann müssen wir uns oft erst den Weg durchs Unterholz schlagen, neue Wege finden. Das ist natürlich viel anstrengender. Wir verbrauchen also viel mehr mentale Energie wenn wir neue, andere Dinge tun als wir sonst tun. Veränderung ist also auch anstrengend. 

Wie können wir trotzdem gut mit Veränderung umgehen?

1. Kontrolliere nur das, was du kontrollieren kannst 


Ein wesentlicher Punkt bei Veränderungen ist der Kontrollverlust, den wir dabei oft erleben. Für viele Menschen fühlt sich das ziemlich unangenehmen an, nicht zu wissen was passiert, wie man mit Situation umgehen sollte. Viele Dinge können wir während einer Veränderung wahrscheinlich auch gar nicht kontrollieren, aber es hilft sich auf die Dinge zu konzentrieren, die wir kontrollieren können. Beispielsweise, in stressigen Situationen im Job, so gut es geht Übersicht zu behalten, sich gut organisieren, To-Do Listen zu schreiben. Oder aber, wenn man zum Beispiel in eine andere Stadt gezogen ist, sich so schnell wie möglich um alle bürokratischen Dinge zu kümmern oder die Wohnung schnell herrichten.

2. Versuche Abstand zu gewinnen 


Gerade wenn es eine Situation ist, die schwierig sein könnte, dann versuche Abstand zu gewinnen. Vielleicht sind es Veränderungen die Probleme mit sich bringen, von denen du noch nicht weißt, wie du sie lösen kannst. Nimm dir bewusst Auszeiten. Vielleicht nimmst du dir einfach mal einen Tag, sagst dir „Das Problem kann heute mal einen Tag warten, ich mach mir heute einen schönen Tag!“. Lenke dich ab, geh zum Sport, geh mit Freunden ins Kino, geh eine Runde spazieren, nimm dir Zeit nur für dich. 

3. Verlass dich auf deine Freunde und Familie  


Muss man dazu eigentlich noch viel sagen? Unterstützung von Freunden und der Familie, hilft eigentlich in allen Lebenslagen. Wenn es beispielsweise eine berufliche Veränderung ist, hilft es auch mit Kollegen zu sprechen, die eventuell in der gleichen Situation sind wie du oder schon mal waren. 

4. Fokussiere dich auf das Positive 


Warum es so wichtig ist positiv zu denken, habe ich hier bereits ausführlich beschrieben. Versuche dir in der Veränderung das rauszusuchen was sich zum positiven verändert. Vielleicht lernst du etwas neues. Vielleicht machst du eine neue tolle Erfahrung. Wenn du wirklich gar nichts findest, dann kannst du dich immer noch darauf konzentrieren, dass du deine Widerstandsfähigkeit trainierst.

5. Meditiere! 


Ja, zur Meditation brauche ich gar nicht mehr viel sagen. Dazu kannst du dir einfach nochmal diesen Artikel durchlesen.

Veränderung sind für die wenigsten für uns leicht. Insbesondere, wenn diese Veränderungen nicht von uns aus gehen, sondern von äußeren Umständen bestimmt werden. Aber mit ein wenig Aufwand, kann man auch mit Veränderungen besser umgehen.