Hier habe ich bereits darüber geschrieben, wie wichtig Optimismus ist. Lies dir den Artikel ruhig nochmal durch, wenn noch nicht davon überzeugt bist, dass du Optimist werden solltest.

Aber, wie wird man nun Optimist?

Vorher finde ich es noch wichtig zu sagen, dass Optimismus nicht Blauäugigkeit und Schönmalerei ist. Natürlich ist es wichtig realistisch zu bleiben und natürlich, passieren nicht einfach irgendwelche Wunder, nur weil du optimistisch in die Zukunft blickst. Du kannst deine Zukunft beeinflussen, ganz klar. Aber von nichts kommt auch nichts. Ohne dein Zutun und deine harte Arbeit, bringt dir noch so viel Optimismus nichts. Du kannst nicht den ganzen Tag nur im Bett verbringen, dich Zuhause verkriechen und nie neue Leute treffen, dann aber optimistisch hoffen, dass dein Traumprinz einfach irgendwann vor der Tür steht. So funktioniert es nun mal nicht. Aber du kannst dir die Mühe machen, offen auf andere Menschen zuzugehen, auf Parties zu gehen, dir neue Freunde zu suchen und dabei optimistisch zu bleiben, dass irgendwann mal dein Traumprinz unter diesen Menschen ist.

Nachdem wir das nun geklärt hätten, wie werde ich denn nun zum Optimisten?

Das geht leider nicht von Heute auf Morgen. Auch dies erfordert Arbeit und vor allem Zeit. Hab also etwas Geduld und bleibe dran, mit Übung und Zeit wird es mit der Zeit immer leichter optimistisch zu denken, bis es irgendwann automatisch passiert.

Best Possible Self- Übung:

Die „Best possible Self“ Übung ist eine der wirksamsten Methoden um Optimismus zu trainieren. In einer ihrer Studien, bat Sonja Lyubomirsky* ihre Teilnehmer regelmäßig, über mehrere Tage verteilt, über ihr „Best Possible Self“ zu schreiben. Es geht in der Übung darum, sich selber in der Zukunft vorzustellen auf die beste, mögliche Art und Weise. Das könnte man selber in 10 Jahren sein oder im Rentenaltern. Dabei stellst du dir dann vor, wie du alles was du dir bis dahin vorgenommen hast, auch geschafft und bekommen hast. Die Teilnehmer wurden gebeten sich einmal am Tag, über mehrere Wochen, Zeit zu nehmen und diese Übung durchzuführen und diese schriftlich festzuhalten. Die Teilnehmer berichteten hinter von verstärkt positive Emotionen, sie erlebten ein höheres Wohlbefinden und sogar weniger körperliche Wehwehchen. Und das auch noch Monate nach der Übung!

Vermeide pessimistische Gedanken:

Klar, wenn wir Optimisten werden wollen, dann sollten wir aufhören pessimistisch zu denken. Das heißt, wir sollten uns vielleicht erstmal bewusst werden, wann wir überhaupt pessimistisch denken. Dazu gibt es verschiedene Übungen. Du könntest beispielsweise eine Strichliste führen, wann immer dir ein pessimistischer Gedanke kommt. Oder du zahlst jedes Mal einen Euro in ein Sparschwein – solltest du ein sehr pessimistischer Mensch sein, dann könnte das eventuell teuer werden. Eine andere Möglichkeit ist auch, dass wir wieder ein Zopfgummi ums Handgelenk tragen und jedes Mal, wenn wir einen pessimistischen Gedanken identifizieren, wechseln wir das Handgelenk.Wichtig ist natürlich auch, dann gegen diese pessimistischen Gedanken zu arbeiten. Überleg dir ganz genau, was du da eigentlich gerade gedacht hast und dann überlege dir, wie du den Gedanken in einen optimistischen umwandeln könntest. Gegen die pessimistischen Gedanken bewusst zu arbeiten und sie mit optimistischen Gedanken zu ersetzen und zu widerlegen ist gar nicht so leicht, aber man wird besser mit etwas Übung.Lars Amend beschreibt in seinem Buch „Why not“; wie er seine negativen Gedanken anschreit und sie nach Beweisen fragt. Beweise dafür, dass alles schief gehen würde. Ich finde das super. Eine Unterhaltung mit seinen Gedanken führen und ihnen klar machen, was für einen Unsinn sie doch eigentlich reden. Lieber Kopf, erzähl mir doch mal welche Beweise du dafür hast, dass alles schief gehen wird? 

Setze dir Ziele und feiere deine Erfolge:

Aufbauend auf die Best Possible Self Übung, setz dir dazu auch die passenden Ziele und schreibe dir dazu kleine Zwischenschritte auf. Wenn dein Ziel beispielsweise ist, dass du einen Marathon laufen möchtest, dann mach dir einen konkreten Plan. Such dir einen passend Marathon raus, den du laufen möchtest, mach dir einen Trainingsplan. Das hilft gegen den bösen Kopf, der dich eventuell auslacht und dich fragt „Wie willst du das denn bitte erreichen?“. Wenn er dich das fragt, dann zeigst du ihm deinen Plan. Auch eine Möglichkeit, deinen Kopf zum Schweigen zu bringen, ist es vergangene Erfolge aufzuzeigen. Vielleicht bist du schon mal einen Halbmarathon gelaufen. Siehst du, lieber Kopf, einen Halbmarathon bin ich bereits gelaufen, dann schaffe ich auch einen ganzen. Generell hilft es, sich vergangene Erfolge, immer mal wieder bewusst zu machen. Du könntest beispielsweise ein Erfolgstagebuch schreiben. Oft vergessen wir im Alltag all die kleinen positiven Erfolge, die in unserem Leben passieren. Wenn du also mal zweifeln solltest, kannst du einfach ein paar Seiten in deinem Tagebuch blättern und schon trotzt du wieder vor Optimismus und Selbstbewusstsein. Zum Thema Ziele, lies hier in diesem Artikel mehr.

Umgib dich mit Optimisten:

Du kennst bestimmt diesen Spruch „Du bist der Durchschnitt der fünf Leute, mit denen du die meiste Zeit verbringst“. Der Satz kommt in ungefähr jedem Selbsthilfe-Buch vor. Aber es ist etwas wahres dran. Genauso wie es den negativen Gruppenzwang gibt, beispielsweise Teenager die sich gegenseitig zum Trinken ermutigen, gibt es den positiven Gruppenzwang. Positive Eigenschaften und Verhaltensweisen die übertragen werden. Es gibt etwas, das nennt sich Gefühlsansteckung. Wir nehmen die Emotionen und Verhaltensweisen, der Menschen die uns umgeben auf, zumindest immer mindestens zu einem kleinen Anteil. Wenn du dich also nur mit Miesepetern umgibst, dann ist es kein Wunder, dass du noch kein Optimist bist. Umgib dich stattdessen mit Optimisten und lass dich von ihrem positiven Lebensgefühl anstecken, bis du selber einer bist.


Quellen: Lyubomirsky, S. (2007). How of Happiness.